Das Netz...

Sonntag, 18. März 2012

Mal eben 'ne Karte machen

Mit Markierungen: Hier die neue Insel im ebenso neuen Phoenixsee mit der Thomasbirne:



Kann man z.B. auf osmtools

Samstag, 11. Februar 2012

Sol lucet omnibus

Ich bin krank und hänge zu Hause rum, bis mein Körper die Oberhand über Viren und Bakterien zurückgewinnt. In Dortmund ist es diese Woche saukalt, die Autos vor dem Haus sind - dank Hanglage - immer schnell zugefroren. Ich finde es jeden Tag faszinierend zu sehen, dass die Sonne nach und nach die Scheiben meines Autos vom Eis befreit, bis hin zur Windschutzscheibe, die auf Grund der Parkrichtung nach Norden zeigt. Aber auch dieses letzte Eis verschwindet durch die Kraft der Sonne.
Sonst muss ich ja selbst kratzen und weiß, wie viel Arbeit ich dabei leisten muss. Vielleicht bin ich naiv und weit weg von den technischen Problemen - aber wenn die Sonne "für uns alle scheint" und selbst im tiefsten Winter soviel Kraft aufbringen kann: warum sind wir so ignorant und nutzen die geschenkte Energie nicht viel besser aus? Muss erst der Iran-Konflikt eskalieren, um uns einen Tritt in den Hintern zu verpassen? Was braucht es noch, damit der nächste Benzin-PS-Bolide keine Zeile in der Zeitung mehr wert ist? 

Mittwoch, 8. Februar 2012

Assauer - Geschichten vom Borsigplatz


Assauer ist vor dem traurigen Abgang noch mal medial präsent. Daher hier mal eine andere Assauer-Geschichte: 

Die Famlie Assauer oder einer deren Zweige hatte ein Kino am Borsigplatz (aber nicht nur da): http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/stadtbezirke/stbzportal_innenstadtnord/leben_in_in/geschichte_in/borsigplatz_in/index.html


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Mein Vater lebte als Jugendlicher am Borsigplatz und hat Filme zwischen Kinos hin- und hergefahren, weil man zu wenige Kopien hatte und die Wochenschau und den Hauptfilm tauschen musste: im einen Kino lief die Wochenschau vor dem Film, im anderen danach. Natürlich wurde damals alles mit dem Fahrrad transportiert. Das waren auch noch die Zeiten, als die mutigeren Radfahrer sich mal an einen LKW anhängten auf der Landstraße. 
Ein Mädchen vom Borsigplatz bzw. aus der Gegend, damals eine Sandkasten-Freundin (naja, Sandkästen hatten die nicht) meiner Tante, hat dann weit nach dem Krieg den Fußballspieler Assauer geheiratet. Inge oder Ilse Lückert? Muss ich noch mal nachfragen. Assauer hat ihr in Bremen ein teures Feuerzeug geschenkt, und sie kam damit nicht klar beim Nachfüllen. Das hat sie sich dann von meinem Vater erklären lassen, wenn sie in Dortmund war, meine Großeltern hatten einen Tabakwarenladen am Borsigplatz.

Als meine Tante und ihre Freundin noch kleine Kinder waren, hat mein Vater sie mal verhauen - wohl eher theatralisch zwecks Erziehung als richtig, obwohl damals ja durchaus üblich - weil sie ihn bei Büroarbeiten dauernd geärgert haben. Meine Tante weiß das heute noch zu erzählen. Den Rauball hat er mal auf einer Beerdigung nach dem Kriege kennengelernt, ich glaube, vom alten Rudi Lückert, dem Vater von der Dame. Der war wohl Bäckermeister. Mindestens halb Borussia war da, damals. 

Mein Vater ist dann aber nach den ersten Jahren nicht mehr zum Fußball gegangen, weil die Mannschaften offensichtlich immer nach der Halbzeit besser spielten - man raunte, dass da Geld in der Halbzeit versprochen wurde, viel haben die damals auch nicht wirklich verdient. 

Dienstag, 7. Februar 2012

Endlich: IBM hilft dem IT-Mittelstand!

Lange Zeit war IBM gefürchteter Recruiting-Konkurrent für den IT-Mittelstand: die exorbitanten Beratergehälter und Sozialleistungen, Weiterbildungen und Sicherheit des Großkonzerns konnten viele kleinere Unternehmen nicht bieten. Ich entsinne mich an Gespräche mit Senior-Irgendwas-Beratern, deren Gehalt ich auch gerne hätte. Und derzeit tobt wieder ein Kampf auf dem IT-Arbeitsmarkt, insbesondere Leute mit Erfahrung sind kaum zu bekommen - das merkt man schon an der Hartnäckigkeit der Personalberater. Goldene Zeiten.

IBM hingegen gibt auf: laut SPON soll ein Großteil der Belegschaft outgesourced werden und als quasi-Freelancer für einzelne Projekte ausgewählt werden, natürlich mit preissenkender, umgekehrter Auktion - und Weiterbildung müssen die Leute selbst zahlen. Oh Mist, ich sehe mich schon wieder wochenlang nur Gespräche führen - und die besten gehen meist zuerst! Das wird eine harte Zeit.

Böse Zeitgenossen könnten vermuten, dass nur ein volltrunkener MBA-Student nach einem Semester tayloristische Arbeitsteilung oder ein bekiffter Meckie-Aussteiger auf die Idee kommen, im People Business Leute loszuwerden - KLAR - komplexe IT-Projekte sind natürlich vergleichbar mit Kantinen und Pförtner-Diensten! Jeder, der z.B. SAP-Module kennt, ist zur Zeit gefragt wie Antimaterie auf der Enterprise. Personalführung und -entwicklung kosten sogar Geld - also weg damit! Auch ich finde es immer lästig, wenn man Mitarbeiter führen muss - viel Arbeit, die kurzfristig keinen Umsatz bringt.

Lebt eine Dienstleistungsfirma aber nicht von dem Engagement der Mitarbeiter? Die Innovationen lostreten, Verbesserungen entdecken, ihre Prozesse optimieren und so das Unternehmen lernen lassen? Was meint wohl Vordenker Dueck dazu? Ist das nicht im Summe viel mehr Wert als die paar Lohnnebenkosten? Wie soll dann die verbleibende Zentrale die Erfahrungen der Peripherie einbinden?

Und, liebe IBM, wenn man ganz viele Mitarbeiter und deren Know-how losgeworden ist: was wohl ein Billigjobber aus Afrika wirklich versteht, wenn die Kunden über Anforderungen der deutschen Datenschutzgesetze etc. sprechen?

Vor ein paar Jahren traf ich in einem IT-Großkonzern auf folgende Szene: man versuchte, mit einem indischen IT-Dienstleister zu kooperieren, erstmal - schlauerweise - in kleinem Rahmen. O-Ton des koordinierenden Kollegen: "Die Inder sind ja auch nicht blöd - die können ja auch was". Mein Einwand, man möge das sehr eng führen und überwachen, wurde als überflüssig abgelehnt. Am Ende haben sie den Code mindestens zweimal entwickelt. Nicht, weil die Inder zu blöd waren - Sprache, kulturelle Eigenheiten und viel zu schmalbandiger Wissenstransfer führten zum Scheitern. Man wusste es vorher.

Was also wird IBM lernen? Dass man in Europa arbeitsrechtlich nicht machen kann, was man will? Dass man ohne Mitarbeiter nicht an der Spitze bleiben wird? Dass Wertschätzung menschlicher Arbeit nicht kompatibel ist mit dem von Amazon "Mechanical Turk" abgeschauten, tayloristischen Verfahren? Dass IT-Projekte irgendwie andere Erfolgsbedingungen haben als Telefonbücher in China abtippen zu lassen? Dass es verdammt teuer wird, Mitarbeiter zu finden, wenn es nicht klappt und die besten weg sind?

Und was war noch mal der Unterschied zwischen Manager und Unternehmer?

Samstag, 14. Januar 2012

Crisis? What crisis?

Das Zündeln des Iran an der Lunte des regionalen Krieges mit den USA mittels der Sperrung der Straße von Hormus wird unsere Ölpreise steigen lassen - zu Höchstpreisen wird es kommen, wenn wirklich gesperrt wird, aber nicht weil die Versorgung in Europa kritisch wäre, nein, weil die Spekulanten gut dran verdienen werden. 
Vielleicht ist das auch die Steilvorlage für die Industriestaaten, sich endlich mal mit dem Ende des Ölzeitalters auseinanderzusetzen: 
  • Die deutschen Automobilhersteller werden nur Elektromobile massiv einführen, wenn alles bis ins letzte geklärt und wirtschaftlich risikolos ist. Inklusive Gesetzen, Formularen, und persönlicher Verpflichtung der Kunden.
  • Renault hingegen hat sich schon - zumindest im Marketing - auf eine e-Strategie festgelegt. 
  • In den USA, so hörte man auf WDR5, sind plötzlich massenhaft Hybrid-Modelle im Angebot.
  • Von Toyota muss man kaum sprechen. 

Es fehlt: ein Unternehmer mit Weitsicht, Risikobereitschaft und Einsatzwillen - was macht eigentlich der Branson gerade? 
Interessant finde ich den Vergleich mit der Elektrifizierung der Haushalte: auch hier musste ein gesamter Markt geschaffen werden, die Strom-Anbieter hatten ein Produkt, aber niemand konnte es nutzen. Was haben die wohl damals gedacht? 
Die ersten Verkabelungen, so lass ich bei Bill Bryson, waren so anfällig, dass Elektriker (oder die Vorformen davon) ein lebensgefährlicher Beruf war: Haus-Sicherungen gabs noch nicht. Und die ersten Steckdosen hingen unter der Decke - weil dort ja der Strom ankam, wegen der Lampe. 
Ich fürchte, Deutschland wird wieder die beste Technik liefern, aber das Geschäft machen erstmal andere. 

Sonntag, 1. Januar 2012

Flic Flac Dortmund (im Winter): kalkulierter Wahnsinn

Wer noch nicht da war und hin will: also: die Zelte sind beheizt (mit heisser Luft, nicht mit Strahlern). Im Hauptzelt braucht man eher keinen Pulli. Garderobe gibt es nicht. Es wird einem adrenalinmäßig sowieso warm. Man sitzt eher auf engem Raum, vielleicht vorher noch abspecken.

Ob die wahnsinnig sind? Die Motorrad-Nummer mit der Kugel ist schon schwierig zum Zuschauen - die fliegenden Motorräder (älteres Video) danach waren mir schon fast zu viel. Gut, aus der Physik weiß man, dass die Trägheit erhalten bleibt, d.h. im Zweifel fliegt das Moped immer gerade aus und nicht auf meinen Kopf. Oft gesehen bei Motocross. Aber Physik ist in den Instinkten nicht eingebaut. Als Neuzeit-Mensch ist man durch Fernseh-Konsum gottseidank abgehärtet, so dass einem nicht immer bewusst ist, dass dort Menschen zu meinem Pläsier Gesundheit und Leben riskieren.

Dann kann man nur noch staunen.



Donnerstag, 22. Dezember 2011

Der Mensch ist dem Menschen ein Wulff

Ein blasser Präsident in einem Amt, das man nur durch Charisma ausfüllen kann - und Skandälchen mit Geschmäckle im Amigo-Umfeld.

Gähn. 

Spannend ist doch nur, warum die eine Hälfte der Presse ihn stützt - und die andere immer mehr ausgräbt. 

Saure-Plätzchen-Zeit? Big Brother zieht nicht mehr? Berlusconi abgewählt?

Spannend ist auch, das Hannover so eine Art Chicago des neuen Jahrtausends ist. Wenn jetzt noch rauskommt, dass er geklautes Dosenbier gesoffen und mit dem Klaus Meine beim Joint den Wind of Change komponiert hat! 

Eigentlich versuchte er ja, ein modernes Image aufzubauen: Geschieden, wieder verheiratet, Kleinkind dabei, Frau ist tätowiert, nicht so das Lübke-Image. Aus dem Freistoß hat er nix gemacht - vielleicht ist er so stinknormal langweilig und luschig wie wir - bis auf die reichen Buddies?

Zeit für's Weihnachtsprogramm im Fernsehen. Beim nächsten Präsident wird alles anders.